SELOCA GmbH

Technovation für alle Breitbandnetzbetreiber:

Die SELOCA GmbH aus Kiel geht mit neuartigem Test- und Prüfsystem für Router an den Markt

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Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) verhilft unterschiedlichsten Ideen aus dem deutschen Mittelstand zum Durchbruch. Das Team von Technovationen ist sehr glücklich, dass es die SELOCA GmbH bei ihrem ZIM-Entwicklungsprojekt unterstützen konnte! Das neue System wurde mit knapp 143.000 € gefördert und befand sich 1 Jahr lang (Sep 2019 – Sep 2020) in Entwicklung.

 

Das spezielle Augenmerk von SELOCA liegt auf dem Konfigurieren und Versenden von Kundenequipment, wie z.B. WLAN-Routern, Kabelmodems und Settop-Boxen, sowie der kompletten Retourenbearbeitung, inkl. automatisiertem Testen und Refurbishment.

 

Durch das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt hat SELOCA ein vollständig automatisiertes, skalierbares und nachhaltiges Test- und Prüfsystem für die komplexen Funktionen von sämtlichen Routern entwickelt. Aktuell kann SELOCA mit den vorhandenen 64 Testplätzen 2.000 Retourengeräte täglich automatisiert testen und mit den 24 Updateplätzen weitere 1.000 Neugeräte updaten bzw. kundenspezifisch konfigurieren.

Wie übertrifft das innovative System den bisherigen Stand der Technik?

Sowohl DSL- als auch Kabel-Netzanbieter stellen heute ihren Vertragskunden passende und vorkonfigurierte Router als Mietgeräte bereit. Es gehört zu den in Kauf genommenen Konsequenzen dieser Geschäftspraxis, dass der Netzbetreiber permanent und aus unterschiedlichen Gründen in großer Zahl Router zurückgeschickt bekommt.

In vielen anderen Branchen gibt es Test- und Prüfsysteme für elektronische Geräte oder deren Komponenten: Automobilwerkstätten haben beispielsweise schon seit Jahren Geräte zum Auslesen der Bordelektronik zur Fehlerdiagnose. Anders ist es im Markt der Internet-Breitbandnetzanbieter. Kommerzielle Provider wie 1&1, Vodafone, O2, aber auch kommunale Anbieter, wie sie inzwischen in vielen Städten und Landkreisen die Breitbandnetzversorgung übernommen haben (z.B. NetCologne, M-net, wilhelm.tel) sind durch ihre besonderen Geschäftsmodelle sehr daran interessiert, die benötigten Breitband-Router an ihre Vertragskunden zu vermieten, anstatt zu verkaufen. Die auch als Netz-Endgeräte bezeichnete Hardware gehört im weitesten Sinne zur Klasse der CPE; auch als Subscriber-Terminals bezeichnet. Es geht konkret um DSL-Breitband-Router und Breitband-Kabelmodems, die bei den Endkunden der Netzbetreiber installiert sind.

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Nach Störungen, technischen Ausfällen, Kundenbeschwerden oder nach vertraglichen Upgrades und Kündigungen werden die Geräte von den Endkunden an den Vermieter - den Netzbetreiber - oder manchmal auch direkt an den Hersteller zurückgesandt. Um die komplette Funktionalität dieser relativ wertvollen und komplexen Netz-Endgeräte zu garantieren, wird jede Retoure nach demselben Standard geprüft und wieder aufgearbeitet. Große Netzbetreiber vereinnahmen täglich hunderte Einzelgeräte oder konsolidierte Paletten mit Geräten. Die Branche kalkuliert mit Rücklaufquoten von bis zu 20% des gesamten im Markt befindlichen Volumens. So hohe Rücklaufquoten gibt es in keiner anderen, vergleichbaren Branche. Der Zustand der Retouren-Geräte ist meist undokumentiert, ihr technischer Status höchst unterschiedlich - das Spektrum reicht von unbenutzten, original verpackten Geräten bis hin zu Routern in völlig desolatem Zustand – außen und innen. Daher müssen vom Vermieter generell alle empfangenen Router elektrisch überprüft und ggf. einer Renovierung unterzogen werden (sog. Refurbishment). Verständlicherweise haben die Netzbetreiber erhebliches Interesse daran, dass die Geräte möglichst lange in voll gebrauchsfähigem Zustand sind und im Umlauf bleiben, um so oft wie möglich vermietet zu werden. Aber auch aus gesamtgesellschaftlicher Sicht - vor allem mit Fokus auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit - ist es höchst erstrebenswert, die zurückgeschickten Geräte effizient und äußerst gründlich zu prüfen und sie technisch und auch äußerlich zu 100% aufzuarbeiten, um sie so lange wie möglich weiter zu nutzen.

ZIM Testimonial Portrait Matthias Künsken Seloca GmbH

„Sehr angenehme, professionelle und erfolgreiche Zusammenarbeit. Wir, die SELOCA GmbH, werden die Dienste von Herrn Peters bei zukünftigen Projekten gerne jederzeit wieder in Anspruch nehmen.“

Matthias Künsken

Geschäftsführer SELOCA GmbH

Bedingt durch den hohen Grad an Diversität und Komplexität moderner Router waren Test- und Prüfsysteme für diese Geräteklasse bislang nur in sehr eingeschränkter Funktionalität zu bekommen, etwa als Insellösung für je eine der Übertragungstechnologien (ADSL, VDSL, Supervectoring, G.fast, DOCSIS, Fiberglass) oder gar als Angebot mit einem rein manuellen Test-Szenario. Ein System zur vollautomatischen Prüfung von Routern aller Übertragungsverfahren und Ausprägungen gab es am Markt bisher nicht. Das neue System von SELOCA testet nicht nur einzelne elektrische Werte, sondern viele komplexe Funktionsabläufe, die als Algorithmen entwickelt und in Software überführt wurden. Somit lassen sich Retouren-Geräte sehr viel schneller und erstmals an allen Anschlusstechnologien prüfen und in einen technisch einwandfreien Zustand versetzen. Netzbetreiber können dann ihre Geräte zeitnah und mit garantierter und zuverlässiger Standard-Funktionalität wieder in den Vermietungszyklus bringen. Ein Ziel des Forschungsprojekts war es, eine möglichst große Anzahl von Routern ökonomisch und effizient auf eine Vielzahl von Funktionen (auch das neue Wifi 6 sowie DOCSIS 3.1) testen zu können. Eine große Herausforderung, denn dabei entstehen physikalisch bedingte Beschränkungen durch Interferenzen der Funknetze WLAN und DECT, wodurch es zu gegenseitigen Beeinflussungen und externen Störungen kommt. Das innovative System von SELOCA kann diese Interferenzen analysieren und mittels neuer technischer Lösungsansätze minimieren. Zudem hat das neue System standardisierte Schnittstellen zur Anbindung vor- und nachgelagerter Geschäftsprozesse (Ordering/Procurement, Returns, Refurbishment, Logistik, Shipping) und fügt sich somit nahtlos in die Geschäftsprozesse des Anwenders ein. Daraus resultierend hat SELOCA es geschafft, den Gerätedurchsatz bei der Aufarbeitung von Retouren deutlich zu erhöhen und möchte diesen Vorteil an alle Kunden weitergeben. SELOCA kann stolz darauf sein, ein einzigartiges System entwickelt zu haben, das außerdem die CO2-Emissionen reduziert und den Stromverbrauch um 9% senkt.